Weniger Gastro-Geldspielgeräte führen zu mehr Schwarzmarkt

Düsseldorf – Eine neue wirtschaftswissenschaftliche Studie zur Rolle von Geldspielgeräten in der Gastronomie kommt zu einem klaren Ergebnis. Weitere Einschränkungen oder Verbote könnten den illegalen Glücksspielmarkt stärken und damit das zentrale Ziel der Glücksspielregulierung unterlaufen.

Die Untersuchung analysiert, wie sich regulatorische Eingriffe auf die sogenannte Kanalisierungsquote auswirken – also darauf, wie erfolgreich Spielerinnen und Spieler in legale Angebote gelenkt werden.


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Kanalisierungsquote als Maßstab der Glücksspielpolitik

Die Kanalisierung gilt als zentrales Leitprinzip des deutschen Glücksspielrechts. Ziel ist es, legale und kontrollierte Angebote so auszugestalten, dass sie gegenüber illegalem Glücksspiel attraktiv bleiben. Geldspielgeräte in der Gastronomie nehmen dabei eine besondere Rolle ein, da sie einen niedrigschwelligen Zugang zu reguliertem Spiel bieten.

Die Studie stellt diese Funktion in den Mittelpunkt und untersucht, ob eine weitere Reduzierung des Angebots in Gaststätten das politische Ziel tatsächlich unterstützt.

Rückgang legaler Angebote und paralleler Anstieg illegaler Strukturen

Seit den späten 1990er-Jahren ist das gewerbliche Automatenspiel in Deutschland mehrfach verschärft reguliert worden. Infolge von Geräteobergrenzen, technischen Vorgaben und Abstandsregeln ist die Zahl legaler Geldspielgeräte deutlich gesunken. Besonders stark betroffen ist die Gastronomie.

Laut Studie geht dieser Rückgang mit einem Anwachsen illegaler Angebote einher. Dazu zählen nicht genehmigte Automaten ebenso wie sogenannte Scheingastronomien, in denen faktisch unreguliertes Glücksspiel stattfindet.

Spielhallen können Wegfall nicht ausgleichen

Im Rahmen einer szenariobasierten Analyse untersuchen die Autoren, wie sich weitere Einschränkungen auswirken könnten. Das Ergebnis: Spielhallen sind nicht in der Lage, den Wegfall gastronomischer Angebote vollständig zu kompensieren.

Viele Spieler würden bei einem Verbot oder einer weiteren Reduktion nicht auf Spielhallen ausweichen, sondern illegale Angebote nutzen. Aus Sicht der Spielenden erfüllten Gastronomie und Spielhallen unterschiedliche Funktionen – insbesondere das beiläufige Spiel in Gaststätten lasse sich nicht ersetzen.

Fazit: Einschränkungen gefährden das Kanalisierungsziel

Im Fazit warnt die Studie ausdrücklich vor isolierten Maßnahmen gegen Geldspielgeräte in der Gastronomie. Diese seien aus Sicht der Autoren kontraproduktiv, da sie das legale Angebot schwächen und den Schwarzmarkt begünstigen könnten.


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Stattdessen empfehlen die Autoren eine ganzheitliche Betrachtung aller Spielformen und Spielorte. Nur ein ausreichend breites, zugleich streng kontrolliertes legales Angebot könne die Kanalisierungsziele langfristig sichern.

Auftraggeber der Studie

Erstellt wurde die Untersuchung von Düsseldorf Competition Economics (DCE), einer privatwirtschaftlichen ökonomischen Beratungs- und Gutachtergesellschaft.

Auftraggeber und Finanzierer der Studie ist die VDAI Verlags- und Veranstaltungsgesellschaft mbH, eine Tochtergesellschaft des Verbands der Deutschen Automatenindustrie (VDAI). Der Auftraggeber ist damit Teil der Branche, deren Regulierung Gegenstand der Analyse ist. Dieser Zusammenhang ist für die Einordnung der Studienergebnisse relevant.

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