Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat das bislang geltende Einsatzlimit für virtuelle Automatenspiele ab sofort gelockert.
Mehrere lizenzierte Anbieter informieren ihre Kunden bereits darüber, dass bei ausgewählten Online-Slots ab sofort Einsätze von bis zu 3 Euro pro Spielrunde möglich sind.
Damit wird erstmals seit Einführung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 eine der zentralen Beschränkungen des regulierten deutschen Online-Casinomarktes aufgeweicht.
Zu den ersten Anbietern, die die Änderung öffentlich kommunizieren, gehört Wunderino.
Auf einer eigens eingerichteten Informationsseite weist der Betreiber darauf hin, dass der maximale Einsatz bei ausgewählten Spielen auf 3 Euro angehoben wurde.
Auch Tipico hat die Umstellung bereits sichtbar umgesetzt. Ein Kunden-Popup informiert Spieler:
„Du kannst ab sofort bei ausgewählten Spielen bis zu 3,00 € pro Spin setzen.“
Die Formulierung „bei ausgewählten Spielen“ deutet darauf hin, dass die technische Umsetzung schrittweise erfolgt und nicht alle Slot-Titel sofort vom höheren Limit profitieren.
Besonders bemerkenswert ist ein Auszug aus einem offiziellen Schreiben der GGL an einen Lizenznehmer, der unserer Redaktion vorliegt. Darin heißt es:
„Ein erhöhtes Einsatzlimit nach § 22a Abs. 7 Satz 2 GlüStV 2021 kann stufenweise bis maximal fünf Euro angepasst werden.“
Als Begründung nennt die Behörde ausdrücklich einen „Ausgleich der Inflation“.
Die nun erfolgte Anhebung auf 3 Euro scheint damit lediglich die erste Stufe einer möglichen weiteren Liberalisierung zu sein.
Nach dem Wortlaut des Schreibens wären künftig sogar Einsätze von bis zu 5 Euro pro Spin zulässig.

Parallel veröffentlichte Informationen einzelner Anbieter deuten darauf hin, dass das erhöhte Einsatzlimit nicht für alle Spieler gleichermaßen gelten wird. Nach Angaben von Jokerstar soll das neue Limit nur für Spieler gelten, die das 21. Lebensjahr vollendet haben.
Sollte diese Vorgabe Bestandteil der allgemeinen GGL-Regelung sein, würde künftig folgende Staffelung gelten:
Eine offizielle Veröffentlichung der GGL mit den vollständigen Rahmenbedingungen steht bislang noch aus.
Das bisherige 1-Euro-Limit galt seit Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 als eines der prägendsten Merkmale des deutschen Online-Glücksspielmarktes.
Zusammen mit der 5-Sekunden-Regel, dem monatlichen Einzahlungslimit und den zentralen Schutzsystemen OASIS und LUGAS sollte es insbesondere dem Spielerschutz dienen.
Historische Darstellungen des Regulierungsrahmens nennen den Höchsteinsatz von 1 Euro ausdrücklich als zentrale Vorgabe.
Die nun erfolgte Anpassung signalisiert einen bemerkenswerten Kurswechsel. Die GGL begründet diesen offenbar nicht mit einer grundlegenden Neubewertung des Spielerschutzes, sondern mit dem Kaufkraftverlust seit Einführung der Regelung.
Branchenbeobachter erwarten, dass in den kommenden Tagen und Wochen weitere lizenzierte Anbieter entsprechende Hinweise veröffentlichen und ihre Spielportfolios anpassen werden. Auch lapalingo und Jokerstar haben bereits reagiert und einzelne Slots mit höheren Einsatzlimits ausgewiesen.
Die Formulierung der GGL, wonach das Einsatzlimit „stufenweise“ bis auf 5 Euro erhöht werden könne, lässt zudem Raum für weitere Anpassungen in der Zukunft.
Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, wäre dies die größte praktische Lockerung der deutschen Online-Slot-Regulierung seit Einführung des regulierten Marktes im Jahr 2021.
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