Fanblast, Knossi, Abzocke, Konsequenzen

Hat die von Knossi mitgegründete Firma Fanblast ihre Kunden abezockt? Und welche Konsequenzen wird es nun geben? Was bisher bekannt ist.

Der Fall — RobBubble zündet eine Bombe

Alles begann mit einem Video: Der YouTuber RobBubble veröffentlichte ein langes Enthüllungs-Video, in dem er undercover in vermeintlich privaten Chats recherchiert.

Chats, die Fans über die Plattform Fanblast gegen Bezahlung geführt hatten und die angeblich direkt von bekannten Creator:innen stammen sollten.

RobBubble zeigt geleakte Chat-Logs, interne Hinweise und Interviews mit Informanten. Sein Vorwurf lautet im Kern: Viele Antworten, die Fans für „private“ Kommunikation bezahlten, stammten nicht von den Stars, sondern von Agenturen oder Angestellten, die die jeweiligen Personen imitierten.

Das Video verbreitete sich rasant und löste die aktuelle öffentliche Debatte aus.

Wie das Video die Creator-Szene in Brand setzte

Innerhalb von Stunden und Tagen zogen große Reaction-Kanäle und bekannte Streamer nach.

Kanäle wie GronkhReacts oder Reaction-Creator (Reaction-Compilations, Long-Form-Reacts) veröffentlichten ausführliche Reaktionen auf RobBubbles Recherche, die Millionen Views sammelten — dadurch erhielt die Story massives Momentum.

Auch andere große Namen aus der deutschsprachigen Szene griffen das Thema auf.

Staiy zerlegte öffentlich das lange Fanblast-Statement, kommentierte Widersprüche und machte sein Publikum aufmerksam.

Schlumpf und mehrere Reaction-Kanäle bezeichneten das Originalvideo als „eines der stärksten Videos des Jahres“ und analysierten die Implikationen.

Ebenso tauchten zahlreiche Shorts und Clips auf, die Bruchstücke des Exposés streuten und so das Thema auf Instagram, TikTok und X weitertrieben. Die Folge: Aus einer einzelnen Recherche wurde innerhalb kürzester Zeit ein Community-Mammut-Thema.


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Statements von Betroffenen

Fanblast selbst veröffentlichte ein Statement — unter anderem auf Reddit (Thread im Subreddit Lästerschwestern) und auf eigenen Kanälen — in dem das Unternehmen erklärt, man habe ein Tool zur Verfügung gestellt, Missbrauch werde geahndet und es gebe inzwischen interne Hinweisgeber-Prozesse.

Das Statement wurde in Community-Foren überall als unzureichend kritisiert; Reaktions-Creator wie Staiy bezeichneten die Aussagen als widersprüchlich und „voller Lücken“.

Knossi (Jens Knossalla), dem eine Mitgründerschaft bzw. Beteiligung an Fanblast / Digital Blast zugeschrieben wird, äußerte sich ebenfalls öffentlich — etwa über kurze Clips/Reels — mit einem Statement, in dem er schockiert wirkte, sich abgrenzte und zugleich betonte, man prüfe intern.

Reaktionen auf seine Wortmeldungen reichten von Skepsis bis zu Forderungen nach klarer Distanzierung.

Alexis (alexis.blond) und weitere betroffene Creatoren stehen in den Diskussionen ebenfalls im Fokus: teils werden Namen in den Recherchen direkt genannt, teils tauchen sie in Community-Threads als Beispiele auf.

Einige Creatoren veröffentlichten eigene kurze Stellungnahmen oder löschten/archivierten ältere Werbepostings — das erzeugte zusätzlichen Zündstoff in den Kommentarspalten.

Ermitteln Staatsanwaltschaft oder Polizei?

Kurz und prägnant: Bisher sind in der öffentlichen Berichterstattung keine bestätigten strafrechtlichen Ermittlungen durch Polizei oder Staatsanwaltschaft gegen Fanblast oder einzelne involvierte Creator bekanntgegeben worden.

Stattdessen liegen mehrere gerichtliche Entscheidungen und einstweilige Verfügungen vor, die Fanblast wegen irreführender Praktiken verpflichtet haben, bestimmte Angebote einzustellen.

Die Gerichte (Landgericht Hamburg; in der Folge auch Oberlandesgericht-Entscheidungen bzw. bestätigende Beschlüsse) stuften das Geschäftsmodell teils als irreführend ein und sahen Verstöße gegen Datenschutz-, Impressums- und Jugendschutzpflichten.

Wie wahrscheinlich sind Ermittlungen — und welche Konsequenzen drohen?

Hier müssen wir klar trennen zwischen zivil-/wettbewerbsrechtliche Konsequenzen und strafrechtliche Ermittlungen.

Zivil-, wettbewerbsrechtliche Folgen

Die Gerichte haben bereits Hand angelegt: einstweilige Verfügungen, Unterlassungsanordnungen, mögliche Schadensersatz- und Rückabwicklungsforderungen durch betroffene Kunden oder konkurrierende Anbieter (BestFans) sind Realität.

Fanblast drohen empfindliche Ordnungsgelder, zivilrechtliche Klagen sind wahrscheinlich. Plattformpartner, Sponsor:innen und Zahlungsdienstleister könnten Geschäftsbeziehungen überdenken oder kündigen — wirtschaftliche Folgen wären hier unmittelbar spürbar.

Strafrechtliche Ermittlungen

Ob die Staatsanwaltschaften künftig wegen Betrug (oder ähnlicher Delikte) ermitteln, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Existenz belastbarer Anzeigen von Betroffenen oder Verbänden (Verbraucherschutz, Mitbewerber). Das Konkurrenzunternehmen BestFans hat bereits angekündigt, weitere rechtliche Schritte — auch eine mögliche Einschaltung strafrechtlicher Instanzen — zu prüfen.
  • Beweislage: Sollten interne Dokumente, Verdienst-/Abrechnungsunterlagen oder Aussagen von Whistleblowern eindeutig zeigen, dass systematisch falsche Tatsachen vorsätzlich geschaffen wurden, wäre die Schwelle für Strafanzeigen niedriger. RobBubbles Recherchen liefern Indizien — ob sie für eine Anklage reichen, ist eine Frage der Ermittlungsbehörden.
  • Rolle einzelner Creatoren: Strafrechtlich relevant wäre nicht nur die Plattform selbst, sondern auch, ob einzelne Influencer aktiv an Täuschungen mitgewirkt oder bewusst falsche Angaben gemacht haben.

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Konsequenzen

  • Kurzfristig: Sperrungen von Angeboten, Rückbuchungen oder Refunds für Betroffene, Reputationsverlust der Plattform und der betroffenen Creator, Verlust von Sponsoring-Deals.
  • Mittelfristig: Zivilklagen (Schadensersatz, Unterlassung) durch Betroffene oder Mitbewerber; behördliche Bußgelder bei Datenschutz-/Impressums-Verstößen.
  • Langfristig: Sollten strafrechtlich relevante Beweise auftauchen, wären Ermittlungen wegen Betruges möglich; das könnte zu Anklagen, Gerichtsurteilen und im Extremfall zu Geldstrafen oder Freiheitsstrafen führen — abhängig vom konkreten Tatvorwurf und der Beteiligung der Personen. Hingegen: ohne klare, belastbare Belege bleibt eine Strafverfolgung unsicher.

Vorsicht bei angeblichen direkten Kontakten mit Influencern

Der Skandal um Fanblast zeigt eine gefährliche Grauzone in der Creator-Economy: Bezahlte „Nähe“ kann rasch zur Irreführung werden, wenn die Kommunikation nicht echt ist.

RobBubbles Recherchen haben eine Lawine losgetreten; die Reaktionskultur großer Creator-Kanäle und die gerichtlichen Entscheidungen gegen Fanblast haben das Thema massiv befeuert.

Zivil- und wettbewerbsrechtlich hat die Justiz bereits gehandelt — ob und wann strafrechtliche Ermittlungen folgen, hängt von Anzeigen und weiterem Beweismaterial ab.

Für Fans bleibt die wichtigste Regel: Skeptisch bleiben, Zahlungsbelege und Chatverläufe sichern und gegebenenfalls rechtlichen Rat oder Verbraucherschutzstellen kontaktieren.

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Kommentare
29 Kommentare

dr34m
Antworten
22.12.2025

Ich finde das absolut widerlich. Fans zahlen Geld, weil sie glauben, echten Kontakt zu haben – und dann sitzt da irgendein Mitarbeiter und tippt?

dr34m
Antworten
22.12.2025

Influencer leben von Vertrauen. Wer sowas unterstützt, verspielt genau das.

dr34m
Antworten
22.12.2025

Egal wie man es dreht: Das ist Irreführung. Punkt. Und dann dieses Statement… viel Gerede, wenig Verantwortung

dr34m
Antworten
22.12.2025

Was mich am meisten ärgert: Keiner sagt klar ‚Ja, das war falsch‘.

gemsplitter
Antworten
22.12.2025

frage mich, wie viele Fans das psychisch mitnimmt. Manche glauben ja wirklich an diese Nähe

gemsplitter
Antworten
22.12.2025

Dieses ‚alle machen das so‘-Argument zieht halt null

gemsplitter
Antworten
22.12.2025

Wenn ich lese, wie viel Geld manche gezahlt haben, wird mir schlecht. Wer mitmacht, trägt Verantwortung – egal ob Plattform oder Influencer

gemsplitter
Antworten
22.12.2025

Am Ende bleiben die Fans auf dem Schaden sitzen

HaikoL
Antworten
22.12.2025

Das ist ein Lehrbuchbeispiel dafür, warum die Influencer-Branche dringend transparenter werden muss

HaikoL
Antworten
22.12.2025

Rein rechtlich mag manches noch Grauzone sein, moralisch ist es ziemlich klar

HaikoL
Antworten
22.12.2025

Ich finde es gut, dass YouTuber wie RobBubble sowas aufdecken. Die Reaktionen der Beteiligten wirken eher defensiv als einsichtig.

HaikoL
Antworten
22.12.2025

Das Ganze wird sicher noch in Lehrbüchern zur Medienethik landen

Tristan
Antworten
22.12.2025

Ganz ehrlich: Ich fühle mich als Zuschauer komplett verarscht

Tristan
Antworten
22.12.2025

Man verkauft Nähe, die es gar nicht gibt – das ist doch Betrug am Gefühl

Tristan
Antworten
22.12.2025

Influencer reden immer von Community, aber hier zeigt sich, was das Wort manchen wirklich wert ist. Ich hoffe, Fans lernen daraus und sind künftig vorsichtiger.

Tristan
Antworten
22.12.2025

Ich werde jedenfalls keinen dieser Influencer mehr unterstützen

RobinMasters
Antworten
22.12.2025

Ich finde, man sollte zumindest abwarten, was rechtlich wirklich bewiesen wird

RobinMasters
Antworten
22.12.2025

Vielleicht haben nicht alle Influencer gewusst, wie genau das System läuft.

RobinMasters
Antworten
22.12.2025

Trotzdem: Die Kommunikation hätte von Anfang an transparenter sein müssen. Wenn Fanblast daraus lernt und das Modell ändert, könnte noch etwas Gutes daraus entstehen.

RobinMasters
Antworten
22.12.2025

Reichweite verpflichtet – das haben hier viele vergessen

Kraftzwerg
Antworten
22.12.2025

Ich sehe das etwas differenzierter. Solche Services gab es früher auch schon, nur ohne Social Media.

Kraftzwerg
Antworten
22.12.2025

Fans zahlen freiwillig – aber klar, sie müssen wissen, wofür

Kraftzwerg
Antworten
22.12.2025

Die Hauptschuld sehe ich bei der Plattform, weniger bei einzelnen Creatorn. Trotzdem: Vertrauen verspielt man nur einmal.

Kraftzwerg
Antworten
22.12.2025

Hoffentlich ist das ein Wendepunkt für die Szene

Hi-Uruk
Antworten
24.12.2025

Ein frommer Wunsche, aber ich glaube nicht daran.