Die technische Infrastruktur hinter der deutschen Glücksspielregulierung wird weiterentwickelt. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) arbeitet gemeinsam mit dem IT-Dienstleister Dataport am Ausbau von LUGAS.
Ziel ist es, das zentrale Kontrollsystem für den legalen Online-Glücksspielmarkt noch leistungsfähiger, stabiler und sicherer zu machen.
Gerade angesichts wachsender Datenmengen und neuer Anforderungen an die Glücksspielaufsicht soll LUGAS künftig eine noch wichtigere Rolle bei der Überwachung des Marktes und beim Spielerschutz übernehmen.
LUGAS steht für „Länderübergreifendes Glücksspielaufsichtssystem“. Dabei handelt es sich um eine zentrale IT-Infrastruktur, die im Rahmen des Glücksspielstaatsvertrags 2021 geschaffen wurde und der Überwachung des legalen Online-Glücksspielmarktes in Deutschland dient.
Für lizenzierte Anbieter von Online-Glücksspielen ist die Anbindung an LUGAS Pflicht.
Das System besteht aus mehreren wichtigen Bereichen. Dazu gehören das LUGAS-Auswertesystem, das Daten der Anbieter analysiert, sowie zentrale Dateien zur Kontrolle von Limits und Spielaktivitäten.
Die sogenannte Limitdatei hilft dabei, anbieterübergreifende Einzahlungslimits umzusetzen. Die Aktivitätsdatei verhindert, dass Spieler gleichzeitig bei mehreren Glücksspielanbietern aktiv spielen.
Damit soll LUGAS vor allem drei Ziele erfüllen:
Die GGL nutzt die gesammelten Informationen, um Entwicklungen im regulierten Markt besser bewerten und mögliche Fehlentwicklungen frühzeitig erkennen zu können.
Seit dem 1. Januar 2023 verwaltet die GGL die zentralen Bestandteile von LUGAS, während Dataport den technischen Betrieb übernimmt.
Gemeinsam sollen beide Partner dafür sorgen, dass das System auch bei steigenden Anforderungen zuverlässig funktioniert.
Nach Angaben der GGL verarbeitet LUGAS inzwischen Daten von mehr als 60 erlaubten Glücksspielanbietern und rund fünf Millionen registrierten Spielern.
Die zunehmende Bedeutung des Systems macht eine stabile und sichere technische Grundlage besonders wichtig.
Die Weiterentwicklung konzentriert sich unter anderem auf höhere Datenqualität, bessere Verfügbarkeit und zusätzliche Sicherheitsstandards. Auch die Auswertung der sogenannten Safe-Server-Daten wird künftig weiter ausgebaut.
Ab 2027 werden diese Daten verstärkt genutzt, um die Auswirkungen der Glücksspielregulierung wissenschaftlich und datenbasiert zu bewerten.
Dataport ist als IT-Dienstleister der öffentlichen Verwaltung bereits seit Beginn des Projekts an der Entwicklung von LUGAS beteiligt.
Die Zusammenarbeit soll sicherstellen, dass die komplexe Infrastruktur den Anforderungen einer bundesweiten Glücksspielaufsicht gerecht wird.
Die GGL bezeichnet LUGAS als ein einzigartiges digitales Regulierungssystem in Deutschland. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung soll die Behörde künftig noch schneller und präziser auf Veränderungen im Glücksspielmarkt reagieren können.
„Wir treiben die Entwicklung von LUGAS kontinuierlich voran. Umso wichtiger ist es, mit Dataport einen Partner an unserer Seite zu haben, der die hohen Anforderungen an ein komplexes und sicherheitskritisches IT-System zuverlässig erfüllt“, sagt Ronald Benter, Vorstand der GGL. „Insbesondere vor dem Hintergrund sportlicher Großereignisse wie der Fußball-Weltmeisterschaft kommt einer stabilen und leistungsfähigen IT-Infrastruktur eine besondere Bedeutung zu.“
Der Ausbau von LUGAS erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem sich auch andere Bereiche der deutschen Glücksspielregulierung verändern.
Erst vor kurzem hat die GGL das bislang geltende Einsatzlimit für virtuelle Automatenspiele gelockert. Bei ausgewählten Online-Slots sind inzwischen Einsätze von bis zu 3 Euro pro Spin möglich.
Zuvor galt im regulierten deutschen Markt ein maximales Einsatzlimit von 1 Euro pro Spielrunde.
Die neue Regelung wird von mehreren lizenzierten Anbietern bereits umgesetzt. Dabei profitieren jedoch nicht automatisch alle Spiele oder Spieler von der Änderung – die höheren Einsätze müssen von den Anbietern technisch umgesetzt und unter den geltenden Schutzvorgaben angeboten werden.
Trotz der Lockerung bleiben zentrale Spielerschutzmaßnahmen bestehen. Dazu gehören weiterhin Systeme wie LUGAS und OASIS, die sicherstellen sollen, dass gesetzliche Vorgaben eingehalten werden.
Mit dem weiteren Ausbau von LUGAS setzt die GGL auf eine stärkere Digitalisierung der Glücksspielkontrolle. Das System soll nicht nur die Einhaltung gesetzlicher Regeln überwachen, sondern auch eine wichtige Grundlage für zukünftige Entscheidungen zur Regulierung des deutschen Online-Glücksspielmarktes liefern.
Gerade angesichts neuer Entwicklungen wie höheren Einsatzmöglichkeiten bei Online-Slots zeigt sich: Eine leistungsfähige und sichere Dateninfrastruktur wird für die Glücksspielaufsicht in Deutschland immer wichtiger.
GGL erhöht Einsatzlimit für Online-Slots auf 3 Euro pro Spin
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